Die Mispel (Mespilus germanica) ist ein echter Geheimtipp für den Garten – ein kleiner Baum mit Charakter, der ein wenig exotisch wirkt. Früher in fast jedem Klostergarten zu finden, ist sie heute eher eine Seltenheit, die aber gerade wegen ihrer Robustheit und der späten Ernte wieder viele Fans findet.
Hier ist ein Überblick über das, was die Mispel so besonders macht:
1. Erscheinungsbild und Wuchs
Mispelbäume sind eher kleine, oft mehrstämmige, etwas ausladenden Bäume, die meist nur 3 bis 5 Meter hoch werden.
Wuchsform: Sie wachsen eher langsam und bilden mit der Zeit eine malerische, oft etwas knorrige und ausladende Krone.
Blüte: Im Mai und Juni zeigen sich exotisch-große, reinweiße bis zartrosa Blüten, ähnlich der Quittenblüte. Da sie erst spät blühen, sind sie kaum durch Spätfröste gefährdet – ein großer Pluspunkt gegenüber Kirschen oder Pflaumen.
Herbstlaub: Die großen, glänzenden Blätter färben sich im Herbst in wunderschönen Gelb- und Orangetönen, was den Baum auch optisch zu einem Highlight macht.
Die Frucht: Man muss schon etwas Geduld haben. Es dauert schon eine Zeit, bis man größere Erntemengen erreicht.
Die Früchte der Mispel sind in Etwa so groß wie Renecloden, rund, braun und haben eine auffällige, fünfzipfelige Kelchöffnung. So haben die Früchte auch 5 kleine Kerne, die bei der Verarbeitung entfernt werden müssen.
Ernte: Mispeln sind früh im Herbst steinhart und durch die enthaltenen Gerbstoffe extrem herb. Sie benötigen Frost, um genießbar zu werden. Erst durch die Kälte wird das Fruchtfleisch weich und entwickelt sein typisches, süß-säuerliches Aroma, das ein wenig an Apfelmus mit einer Note von hochreifen Weintrauben oder Datteln erinnert.
3. Standort und Pflege
Die Mispel ist unkompliziert:
Boden: Sie liebt tiefgründige, eher kalkarme Böden, kommt aber mit fast allem zurecht, solange keine Staunässe herrscht.
Licht: Ein sonniger bis halbschattiger Platz ist ideal.
Pflege: Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht unbedingt notwendig. Es reicht meist aus, totes Holz zu entfernen, um die natürliche, wilde Form zu erhalten.
4. Verwendung in der Küche
Wenn die Früchte nach dem Frost weich geworden sind, kann man sie direkt aus der Schale löffeln. Achtung: Kerne!
Normalerweise werden sie jedoch verarbeitet. Wir passieren sie durch ein Sieb. Die Kerne und die etwas härtere Schale sollen nicht mit in den Aufstrich kommen.
Fruchtaufstrich: Durch den hohen Pektingehalt gelieren sie hervorragend. Wir mischen das Mus aber mit Apfelsaft, damit es etwas geschmeidiger wird, und eine Prise Zimt.
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Likör oder Schnaps: In manchen Regionen ist Mispelbrand eine geschätzte Spezialität.
Beilage: In der gehobenen Küche passt Mispelkompott exzellent zu Wildgerichten oder kräftigem Käse.
Die Mispel ist also perfekt für dich, wenn du einen pflegeleichten Baum suchst, der nicht nur ökologisch wertvoll für Insekten ist, sondern auch im Spätherbst noch eine Ernte ermöglicht. Vögel mögen die weichen, aromatischen Früchte auch. Man sollte deshalb nicht zu lange mit der Ernte warten.


